Tag 14: von Beaucaire nach Le Grau-du-Roi

Früh ging es los. Die Sonne schien den ganzen Tag und wir fuhren kreuz und quer durch die Camargue dem Meer entgegen. Teresa hatte es eilig, mit 18 km/h haben wir heute den höchsten Tagesdurchschnitt erreicht.
Die Gegend ist wunderschön, Flamingos Trauben, Marais und natürlich Pferde säumten unseren Weg.
Da wir schon um 11:30 kurz vor Aigues Mortes waren, legten wir ein paar geniesserische Kunstpausen ein bevor wir unser Ziel in Le Grau-du-Roi erreichten. Hier haben wir uns für die letzte Woche ein Appartement mit toller Aussicht gemietet.
Die Tour war schön und toll, manchmal auch etwas gar feucht, aber sie hat uns beiden gut getan. Wir melden uns jetzt ab.

Tag 13: von Mornas nach Beaucaire

Wie gestern angesagt war der Himmel auch heute sehr grau und schon nach wenigen Kilometern kam das erste von 4 Gewittern. Da wir wussten, dass die heutige Etappe sehr lang wird, haben wir uns den Elementen eindeutig besser als gestern angepasst. Unterschlupf suchen war die Devise, das erste Mal unter einem kleinen Dachvorsprung in der Pampa bei einem wilden Müllabladeplatz.
Danach ging es kreuz und quer weiter, über coole Stege und an schönen Bächen vorbei. Beim Durchqueren der Hügel des Châteauneuf-du-Pape kamen dann die weiteren Unwetter. Zum Glück gibt es dort wirklich viele Châteaux, die uns jedesmal etwas Schutz gaben.
Ab Avignon wurde es dann langsam etwas trockener und nach guter Speise und dem Tanz auf der Brücke ging es dann durch schöne Landschaften weiter. Die letzten 10 km auf einer alten Bahntrasse, perfekt als Veloweg umgebaut und mit wunderschönem Tunnel. Woher die heutige Flasche Wein kommt, müssen wir wohl nicht weiter erläutern.

Tag 12: von Montélimar nach Mornas

Schon früh morgens war der Himmel grau verhangen und der Regen begann beim Packen der Vélos. Die erste Stunde hielt er sich noch zurück, was uns noch den einen oder anderen schönen Blick ermöglichte.
Ab dann ging es 3 Stunden durch strömenden Regen kreuz und quer durch die Vaucluse bis wir dann um 12:00 triefend nass in Mornas eintrafen. Bei einem durchschnittlichen z‘Mittag haben wir uns dann etwas angetrocknet bis wir dann gegen 15:00 in unser Zimmer konnten. Noch immer ist alles nass und unser Logis gleicht einem Trocknungsraum.
Die Aussichten für morgen sind nicht besser – je weiter wir in den Süden gelangen, desto unbeständiger wird das Wetter… Wir denken aber, dass wir in 2 Tagen am Meer sind.

Tag 11: von Valence nach Montélimar

Also heute sind wir erst mal wieder ein bisschen Velo gefahren; nach einer gewittrigen Nacht bei Sonnenschein durch den hübschen Park in Valence. Dann durch üppige Obstplantagen bis wir das Dorf Beauchastel erreicht haben und dort auf dem hübschen Markt das Nötige fürs Mittagessen eingekauft haben. Nach dem sofortigen Kirschenschmaus war wieder Velofahren angesagt. Die Finger sind bald alle taub, dafür ist die Hornhaut an der Gesässmuskulatur ganz schön praktisch. Den Mittagstisch haben wir ganz in der Nähe eines riesigen Atomkraftwerks gedeckt. Die Grösse dieses Konstrukts wurde uns erst beim Vorbeifahren bewusst. Danach war wieder ein bisschen Velofahren angesagt. Eine zu Fuss zu überquerende Hängebrücke (für mich der blanke Horror!) hat uns langsam auf unser heutiges Tagesziel eingestimmt; Montélimar. Jetzt sind wir im Süden und das Meer ist nicht mehr weit und ich freue mich auf eine Entlastung meiner Gelenke. Erst aber werden wir morgen wieder ein bisschen Velofahren.

Tag 10: von Andancette nach Valence

Weiter ging es durch das wunderschöne Rhonetal. Die ganze Gegend ist voller Fruchtbäume – Aprikosen, Birnen, Pfirsiche, Kirschen – letztere sind reif und Teresa ist ganz gierig und auf Mundraub aus…
Die Tropfen, die seit ca. 200 km rechts von Saône und Rhône (auch links) kultiviert werden, sind auch nicht zu verachten. Den heute genossenen ‚Rasteau rouge‘, die Domaine liegt zwar erst übermorgen an unsere Strecke, können wir sehr empfehlen.
Kurz vor Valence, als wir die Isère – auch sehr mächtig! – bei ihrer Mündung in die Rhône überquerten, kündigte sich schweres Wetter an. Wir bezogen daher Logis in Valence zum richtigen Zeitpunkt, 1 Stunde später goss es so richtig und es ist jetzt noch dran. An dieser Stadt sind wir bei all unseren Reisen in den Midi oder nach Spanien immer vorbeigefahren und haben nie einen Halt gemacht. So falsch war die Vernachlässigung aber nicht – hier ist es zwar nett aber das ist es dann. Wäschewaschen und Parkdienst liessen sich aber gut erledigen.

Tag 9: von Lyon nach Andancette

Leichter Regen empfing uns heute früh beim Verlassen des Hotels. Zum Glück verliessen wir Lyon an einem Sonntagmorgen; an einem Werktag wären die ersten 15 km Richtung Süden mit dem Velo auf diesen Strassen der blanke Horror.
Bei den ersten blühenden Ginsterbüschen waren dann Regen und Verkehr vorbei – Dressdown war angesagt – und dann folgte ein wunderschöner Weg bis zu unserem heutigen Ziel. Vienne haben wir en passent mitgenommen, anschliessend das Naturschutzgebiet der l‘Ile de Brie‘ und weiter der Rhone entlang, die hier Ardèche und Drôme trennt.
Im Laufe des Tages, und der war heute weit, wurde es immer heisser und schwüler. Diverse Raste waren die Folge. Dabei kam uns die kleine Version eines Container Schiffs entgegen. CMA CGM bringt mich dann in ein paar Wochen nach Amerika…
Unser heutiges Logis ist ein Bijou; da wir aber die Gastwirte mit unserer kurzfristigen Buchung etwas überforderten, mussten wir fast 1 Stunde warten, bis wir Einlass erhielten. Hühner und Schafe leisteten uns dabei Gesellschaft.

Tag 8: von Belleville nach Lyon

Mit den 57 km war die heutige Etappe etwas kürzer als die letzten Tage, dafür war der grösste Teil Kiesweg oder Singletrail dem Fluss entlang. Schöne Brücken treffen wir immer wieder auf unserem Weg – diese hier quert die Saône bei Beauregard.
Gegen Mittag verdichteten sich die Wolken und es begann leicht zu regnen. Als Unterschlupf für den Mittagsimbiss haben wir eine Bushaltestelle besetzt.
Kurz danach gelangten wir dann in die Aussenbezirke von Lyon und dann nach weiteren 10 km ins Zentrum. Lyon ist eine sehr grosse und lebendige Stadt. Wir waren zwar schon einige Male hier, aber es war auch heute wieder schön. Dass André-Marie Ampère von Lyon ist, haben wir heute nur per Zufall gelernt. Louis XIV sitzt wie eh und je fest im Sattel.

Tag 7: von Tournus nach Belleville

Jetzt sind wir wieder einmal so richtig cool gelandet. Woher Belleville seinen Namen hat ist uns nicht erschliessbar. Am Besten passt die Autobahn Péage, die sich direkt vor unserem Hotel befindet, zu unserer Velotour und sonst gibt es hier ein großes Einkaufszentrum, viel Verkehr und die Grande Rue, die aber nicht wirklich grande ist.
Der Weg heute war abwechslungsreich, bis Macon perfekt, dann schwierig und gegen Schluss auch heiss. Weshalb tun wir uns das an?:
– Velofahren ist einfach toll – den ganzen Tag draussen, Froschgequake, Reiher, Fahrtwind, Sonne, etc.
– wir sind der Motor, wir bestimmen Tempo und Richtung je nach Tagesform; und jeden Tag geht es etwas leichter und wir kommen vorwärts!
– täglich dürfen wir uns mit dem Gegebenen arrangieren. Meist super, manchmal aber auch etwas schwierig. Ausweichen ist mit dem Velo anstrengend…
Das heutige z‘Nacht war sehr gut, auch wenn es improvisiert und aus dem Supermarché neben der Péage war.

Tag 6: von Verdun-sur-le-Doubs nach Tournus

Mit leichten Morgennebeln ging es heute nach einem sehr guten und schönen Frühstück weiter der Saône entlang. Den Doubs haben wir nun hinter uns gelassen.
Die Wiesen sind in voller Blütenpracht – so als Schweizer sieht man das ja nicht mehr so oft.
Coca Halt war dann in Chalon-sur-Saône, deren Altstadt ganz schön auf einer Flussinsel liegt. Sonst zeichnet sich der Ort durch viele Plattenbauten und regem Verkehr aus.
Die ursprünglich geplante Route dem Chemin de l‘Halage entlang war leider nicht fahrbar. Über viele kleine Dörfer und Strassen fanden wir dann doch unser heutiges Ziel.
Tournus – bis gestern haben wir noch nie davon gehört – gefällt uns beiden gut. Die Kirche ‚St. Philibert‘ ist in ihrer Schlichtheit sehr beeindruckend. Sie steht such schon seit 1000 Jahren. Zum z‘Nacht waren wir beim Syrer. Sehr gut!

Tag 5: von Dôle nach Vedun sur le Doubs

Kaum lobt man Petrus für seine Kooperation lässt er es am nächsten Morgen regnen. Also rein in den Kunststoff und unverzagt weiter. Lange plagte Petrus uns aber nicht und kurz nach Beginn des Rhône – Rheinkanals an der Saône wurde es wieder trockener.
Die Gegend wurde immer flacher; endlose Weizen- und Gerstenfelder begleiteten uns im Mesopotamien von Doubs und Saône.
Verdun sur le Doubs (weshalb nicht sur la Saône? Das Dorf liegt am Zusammenfluss der beiden Gewässer) ist ein weiteres Kaff für einen schönen Abendspaziergang. Die Telefonkabine funktioniert als dörfliche Bibliothek, die Tiger besetzen die Autodächer und der Lavendel steht kurz vor der Blüte. Doubs und Saône einigen sich in einigen Wasserläufen.